Demenz: Forschung zeigt, dass regelmäßiger Käsegenuss möglicherweise vor einem globalen Gesundheitsrisiko schützt

Käsekonsum und Demenzinzidenz bei älteren Japanern: neue Einblicke
Käsekonsum und Demenzinzidenz bei älteren Japanern: neue Einblicke

Die Weltbevölkerung wird immer älter, und Demenz rückt deshalb stärker ins Blickfeld der Gesundheitsforschung. Eine Studie, die im Oktober 2025 in der Zeitschrift Nutrients erschien, untersucht den möglichen Zusammenhang zwischen Käsekonsum und Demenz bei älteren Japanern. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Nationalen Zentrum für Geriatrie und Gerontologie, der Universität Niimi und der Universität Chiba.

Wer wurde untersucht und wie lief die Studie ab?

Die Studie mit dem Titel „Cheese Consumption and Incidence of Dementia in Community-Dwelling Older Japanese Adults: The JAGES 2019–2022 Cohort Study“ basiert auf dem JAGES‑Programm (Japan Gerontological Evaluation Study) und wertet Daten aus den Jahren 2019 bis 2022 aus. Untersucht wurden 7.914 Personen, die zu Hause leben und 65 Jahre oder älter sind. Ausgeschlossen wurden Teilnehmer mit einer früheren Zertifizierung für Langzeitpflege (also ohne Nachweis einer Pflegebedürftigkeit im Rahmen der Pflegeversicherung).

Verglichen wurden Menschen, die mindestens einmal pro Woche Käse essen, mit solchen, die gar keinen Käse verzehren. Zur Reduktion von Verzerrungen nutzte die Studie Propensity‑Score‑Matching. Dabei wurden Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsniveau, selbstberichteter Gesundheitszustand und funktionelle Fähigkeiten berücksichtigt. Die Demenzinzidenz wurde über administrative Zertifizierungen der Pflegeversicherung erfasst (als Maß für neu aufgetretene Demenzfälle), was einige methodische Einschränkungen mit sich bringt.

Was kam heraus?

In der dreijährigen Nachbeobachtungszeit entwickelten 134 Personen in der Käsegruppe Demenz — das sind 3,4 % der Gruppe. Bei den Nicht‑Konsumenten waren es 176 Personen bzw. 4,5 %. Das entspricht einer relativen Risikoreduktion von 24 %, die nach zusätzlicher Anpassung an den allgemeinen Ernährungsstil auf 21 % sank.

Bei den Käseessern gaben 72,1 % an, 1–2 Mal pro Woche Käse zu essen. Von ihnen bevorzugten 82,7 % verarbeiteten Käse und 7,8 % Weißschimmelkäse. Japaner konsumieren im Mittel 2,7 kg Käse pro Jahr und Person — vergleichsweise wenig im internationalen Vergleich.

Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass Inhaltsstoffe im Käse wie Vitamin K2, Proteine und fermentationsbedingte Peptide die beobachtete Assoziation erklären könnten, da diese Komponenten die Gefäßgesundheit unterstützen und entzündungshemmende sowie antioxidative Wirkungen haben können.

Methodische Grenzen und was noch geklärt werden muss

Trotz der interessanten Ergebnisse gibt es wichtige Einschränkungen. Der Käsekonsum wurde nur zu Studienbeginn erfasst; zeitliche Veränderungen oder genaue Mengen wurden nicht dokumentiert. Die Demenzdaten stammen aus administrativen Quellen, die nur begrenzt zwischen verschiedenen Demenztypen unterscheiden können.

Genetische Faktoren wie der APOE ε4‑Status (ein genetischer Risikofaktor für Alzheimer) wurden nicht erhoben, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse einschränken kann. Außerdem ist der durchschnittliche Käsekonsum in Japan niedrig, sodass Effekte hier vielleicht anders ausfallen als in Ländern mit höherem Konsum.

Die Autorinnen und Autoren empfehlen weitere Studien, die genauer auf Käsesorten, Konsumdauer und -häufigkeit eingehen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Risikofaktoren prüfen. Wenn bestimmte Käsesorten tatsächlich einen Schutz für die kognitive Gesundheit bieten, könnte das später die Grundlage für gezielte Ernährungsempfehlungen sein — vor allem für alternde Bevölkerungen.

In einer Zeit, in der die Zahl der Demenzfälle weiter steigt und laut WHO bis 2050 dreimal so hoch sein könnte, liefert diese Studie einen nützlichen Blick auf mögliche präventive Maßnahmen durch Ernährung. Sie legt Grundsteine für weitere Untersuchungen, die das Verständnis dieses komplexen Themas vertiefen könnten. Jede positive Veränderung im Ernährungsverhalten könnte so ein kleiner, aber wichtiger Schritt im Umgang mit dieser belastenden Krankheit sein.