Industrielle Fruchtkompotte: Diese 4 Sorten sollten Sie laut Dr. Jean-Michel Cohen meiden – und diese lieber wählen

Industrielle Kompotte werden häufig als gesunde Option verkauft. Dr. Jean-Michel Cohen, ein bekannter Arzt und Ernährungsmediziner, wirft in seinem Buch “Guide d’achat pour bien manger” jedoch ein anderes Licht auf diese Produkte. Er erklärt, dass viele Kompotte stark zuckerhaltig und arm an Nährstoffen sind. Dieses Wissen kann unsere Sicht auf diese vermeintlich gesunden Snacks deutlich verändern.
Was an industriellen Kompotten nicht so gut ist
Kompotte, vor allem in Quetschbeuteln (Gourdes) oder Gläsern, gelten als stark verarbeitet. Ein Nachteil dieser Verarbeitung ist der Verlust von Ballaststoffen und Vitaminen. Dr. Jean-Michel Cohen betont, dass durch das Erhitzen ein großer Teil des Vitamin C zerstört wird. Julie Boët, Diätassistentin und Ernährungsberaterin, ergänzt: „Ihr Fasergehalt ist oft gering wegen des Zerkleinerns und der Filtration.“
Der fehlende Ballaststoffgehalt zusammen mit dem zugesetzten Zucker führt zu einem hohen glykämischen Index, wodurch der Blutzuckerspiegel schnell ansteigt — vor allem, wenn das Kompott allein gegessen wird. Das führt zu weniger Sättigung als bei frischen Früchten. Dr. Cohen erklärt: „Da das Kompott schnell gegessen wird, ja sogar aus der Gourde (Quetschbeutel) eingesaugt wird, wird das Sättigungsgefühl deutlich geringer sein.“
Die vier Kompotts, die du besser meidest
Dr. Cohen nennt vier konkrete Produkte, die er ablehnt:
- Pom’ Potes 5 fruits von Materne. Das Produkt verspricht fünf Früchte, enthält aber hauptsächlich Äpfel (etwas mehr als 80 %) und weniger als 8 g pro Beutel von jeder der vier anderen Früchte. Zusätze wie Aromen und der höhere Preis machen das Produkt irreführend.
- Dessert fruitier pomme pruneau von Andros. Mit nur 17 % Pflaumenmus, das selbst nur 40 % Pflaumen enthält, liefert es wenig Ballaststoffe und hat einen doppelt so hohen Zuckergehalt wie andere Kompotte. Das enttäuscht, wenn man eine verdauungsfördernde Wirkung erwartet.
- Compote energy banane bio von Mule bar. Dieses Produkt besteht zur Hälfte aus Früchten und zur anderen Hälfte aus Zuckersirup. Verkauft in einem 65 g Beutel, liegt sein Preis bei über 40 € pro kg, womit es für Sportler teuer ist, ohne zusätzliche Vitamine zu liefern.
- Compote pomme-vanille von Andros. Obwohl das Produkt mit einem Nutri-Score A wirbt, enthält es zugesetzten Zucker und nur Vanillearoma. Das ist enttäuschend—vor allem im Vergleich zur Dessert-apfel-vanille-Variante mit 94 % Äpfeln und weniger Zucker.
Welche Alternativen sich lohnen
Dr. Cohen rät zu Kompotten ohne zugesetzten Zucker. Als bevorzugte Alternativen nennt er:
- Pomme pruneau sans sucres ajoutés von Andros.
- Dessert fruitier en gourde pomme-fraise-passion mit Vitaminen und Zink von Materne.
- Pommes morceaux et mangue sans sucres ajoutés von Andros.
- Pommes pêches sans sucres ajoutés von Charles & Alice.
Tipps für Verbraucher
Kaufende sollten die Etiketten genau lesen und auf Angaben wie „sirop de glucose-fructose“ (Glukose‑Fruktose‑Sirup) und andere Zusatzstoffe achten. Marketingversprechen können irreführend sein; wer genauer hinsieht, trifft gesündere Entscheidungen. Kompotte sind praktisch für unterwegs — aber nur bei bewusster Produktauswahl.
Dieser Einblick in die Welt der industriellen Kompotte fordert den aufmerksamen Verbraucher dazu auf, seine Kaufentscheidungen zu überdenken und sich an transparenten, nährstoffreicheren Optionen zu orientieren.